Im neuen Jahr angekommen - Zeit für ein Visions-Update

 

Ein paar Wochen ist das neue Jahr nun schon alt – wir sind angekommen in 2018. Zeit für eine erste kleine Bestandsaufnahme: die eigenen Ziele, guten Vorsätze und Visionen vom Jahreswechsel können wir nun nochmal etwas genauer betrachten. Eine Vision zu haben und zu verfolgen, ist gerade für Menschen, die sich mit bewusster Lebensgestaltung beschäftigen, anstrebenswert. Doch was macht eigentlich eine Vision aus? Was macht sie kraftvoll und was lässt sie lebendig werden?

 

 

Gute Vorsätze, Ziele und Vision

 

Zunächst unterscheidet sich eine Vision von so manchem guten Vorsatz oder Ziel (z.B. ich will mehr für meine Gesundheit tun, die eine oder andere Gewohnheit ablegen o.ä.). Es lohnt sich, zu hinterfragen: spricht hier das schlechte Gewissen, evtl. auch durch eine andere Person (z.B. mein Partner hat mir gesagt, ich soll gesünder leben)? Manch einer kennt das: Der Vorsatz, für eine bessere Gesundheit mehr raus an die frische Luft zu gehen, ist dann beim ersten Blick nach draußen auf die trübe Landschaft schnell abgehakt – so kuschelig lockt das Sofa.

 

Der Vorsatz, etwas anders zu machen, trifft also auf unsere Gewohnheiten – und hat es schwer. Das Gewohnte - unsere Komfortzone - erweist sich als unerwartet heilig. Und je mehr Druck wir ausüben wollen, diese zu überwinden, umso schwieriger wird es.

 

Das innere Navigationssystem erkunden

 

Hinzu kommt, dass viele Menschen recht klar wissen, was sie nicht wollen. Dies nenne ich eine „weg von etwas“- Haltung. Eine intensive (oft auch emotional aufgeladene) Beschäftigung damit, was stört, ärgert, nervt oder behindert, hat allerdings fatale Folgen: sie stärkt genau das, was man nicht will. Die Folge: man bleibt in der oft destruktiven Energie des Kritikers hängen, erkennt keinen Ausweg - und es bleibt wenig bis keine Energie mehr, zu spüren, wohin die Reise eigentlich gehen soll, was man wirklich möchte und was einem entspricht. Diese Mechanismen sind subtil. Es braucht Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst. Eine aufmerksame Betrachtung der eigenen Kommunikation ist hilfreich: Es erfordert eine Art 'Training', um den inneren Fokus und unsere Wortwahl auf das zu richten, was wir wirklich wollen - oder dies erst einmal herauszufinden.

 

Eine Vision macht etwas mit uns

 

Eine Vision ist laut Definition das innere Bild einer Vorstellung, meist auf die Zukunft bezogen. Auf jeden Fall ist eine Vision von einer inneren Haltung „hin zu etwas“ getragen: Dies kann eine bestimmte Lebensform, ein Zustand des Seins, eine Beschäftigung, eine Aufgabe, ein Gefühl sein. Eine Vision kann über eine plötzliche Eingebung entstehen: Unter der Dusche stehend, in einer Meditation, morgens kurz nach dem Aufwachen oder auf dem stillen Örtchen: Auf einmal haben wir ein bestimmtes Bild ganz klar vor Augen.

Eine Vision kann auch das allmählich entstehende Bild im Rahmen eines Klärungsprozesses sein, das sich wie aus Puzzlestücken zusammensetzt. Fast immer ist eine Vision von Gefühlen begleitet – das entstandene Bild macht etwas mit uns. Dies können erhabene, freudige aber auch ängstigende Gefühle sein.

In jedem Fall lohnt es sich, sich mit einer Vision weiter zu beschäftigen. Was bedeutet sie für mich im Hier und Jetzt? Welche Gefühle, Verknüpfungen, Erinnerungen löst die Vision aus? Möchte ich dieser Vision entgegen gehen? Für wie realistisch halte ich sie?

 

Ich habe eine Vision – und jetzt?

 

Es lohnt sich, Überlegungen rund um eine Vision in Ruhe anzustellen, sie „schwingen zu lassen“, sie ggf. aufzuschreiben, zu visualisieren, auszugestalten. Es kann inspirierend sein, in dieser Phase spielerisch auf parallel ablaufende Ereignisse im Alltag zu achten: Was und wer begegnet mir, was ereignet sich, was bekomme ich mit? Gibt es einen Zusammenhang, einen Hinweis zu meiner Vision? Die Betonung liegt auf spielerisch; es ist mehr ein sich Öffnen, Zulassen als ein krampfhaftes Finden wollen.

 

Der richtige Zeitpunkt

 

Wenn eine Vision auch nach etwas Raum und Zeit und innerer Aufmerksamkeit uns mit Freude erfüllt und die dazugehörigen Bilder mit stärkenden Gefühlen verbunden sind, können wir uns dafür entscheiden, Schritt für Schritt in ihre Realisierung zu gehen – wohl wissend, dass dies Energie, Mut und Entschlossenheit brauchen wird. Da sind sie wieder – unsere Komfortzonen, Bedenken, inneren und äußeren Kritiker. Und das Leben, unser Alltag, ist zudem oft vollgepackt, die Zeit ausgefüllt, unsere Ressourcen erscheinen begrenzt. Unser Umfeld hat Erwartungen, Verpflichtungen an uns. Bei unseren Veränderungen und Entscheidungen sind oft auch die Komfortzonen unserer nahen Mitmenschen betroffen. Seien wir realistisch: große, zeitintensive Umwälzungsmaßnahmen von einem Tag auf den anderen umsetzen zu wollen, klappt meistens nicht.

Eine innere vertrauensvolle Lebenshaltung, die besagt, dass alles, was für mich wichtig und förderlich ist, sich im Laufe der Zeit mehrmals und verstärkend zeigt, ist hilfreich. Ich kann nicht wirklich etwas verpassen. Sich unter Druck zu setzen, ist hingegen hinderlich.

 

Der Weg der kleinen Schritte

 

Nutzen wir den Weg der kleinen Schritte: hier eine Kleinigkeit verändert, dort etwas Neues ausprobiert. Eingefahrene Denkmuster in Kleinigkeiten verändern – das schafft Erfolgserlebnisse und veranlasst unser Gehirn zu neuen Verknüpfungen. Unsere Perspektive kann sich verändern. Damit wird auch unser Blick frei für mögliche Gelegenheiten und Chancen, die uns weiter zur Realisierung unserer Vision führen können.

Eine Haltung von kindlicher Experimentierfreude ist dabei hilfreich. Wenn etwas nicht klappt, dann ist es wichtig, sich nicht gleich als unfähig zu verurteilen - das spart Energie. Einfach wieder neu versuchen, über sich lachen können und auch einmal Pause machen. Unsere Entwicklung und unser Leben verlaufen nicht linear, sondern rhythmisch und in Sprüngen - dem ist auch die Realisierung unserer Vision unterworfen.

 

 

 

Viel wichtiger als eine Haltung, etwas jetzt überdiszipliniert tun zu müssen, verbunden mit einer Erwartungshaltung auf ein bestimmtes Ergebnis, ist bei unseren Schritten ein bewusstes, aufmerksames sich Einlassen auf eine neue Erfahrung. Im Vertrauen sein, dass das Erleben der Entwicklung dient und einen innerlich bereichert. Wem dies alleine schwerfällt, der sollte sich auf seinem Weg begleiten lassen. Oft ist eine neutrale Person, z.B. ein Coach, hier besser geeignet, als gute Freunde oder Familie, die dazu neigen können, ihre eigenen Prozesse mit unseren zu vermischen. Ein Coach, der das Prinzip Vision und Entwicklung kennt und selbst erlebt hat, kennt auch verschiedenste Stadien zwischen einer Vision und ihrem Weg in die materielle Realität, ohne jedoch die eigene Erfahrung dem Klienten überstülpen zu wollen.

 

Eine Visionsenergie entfachen

 

Es lohnt sich: wenn wir in uns eine Vision entstehen lassen, uns mit dieser Vision auseinander setzen und uns darauf ausrichten, sie Realität werden zu lassen, haben wir gut zu tun. Wir gehen und reflektieren unsere individuellen Entwicklungsschritte, wir scheitern auf dem Weg und wir verbuchen Erfolge. Ein möglicher Nebeneffekt: Wir kehren mehr vor unserer eigenen Haustür, verwenden nicht mehr so viel Zeit und Energie darauf, Missstände oder Mitmenschen zu kritisieren, denn wir haben anderes zu tun. Wir machen uns auf unseren Weg, ein kreatives, erfülltes Leben zu leben mit einer Vision, die uns beseelt und bereichert.

 

Viel Freude und Inspiration!