Entschleunigung - Baustein für wahre Lebensqualität

 

Höher, schneller, weiter ... für viele Menschen sind dies keine passenden Attribute mehr, wenn es um erfüllende Lebensgestaltung geht. Auf dem Weg zum Erfolg ist der Preis ständiger Beschleunigung zu hoch geworden. Doch wie geht Entschleunigung – und was bewirkt die Kunst des Weglassens in unserem Leben?

  

Mut zu Lücke

 

 

Der Rotstift ist für die gefüllte To-Do-Liste sicherlich das erste Mittel der Wahl, um Raum zu schaffen für das Thema Entschleunigung. Das Weglassen, das uns zu Entschleunigung führt, braucht darüber hinaus jedoch auch eine entsprechende Gelassenheit: etwas unerledigt zu lassen, möglicherweise Erwartungen zu enttäuschen oder eine Aufgabe so zu erledigen, dass sie unserem Eigenanspruch als oberflächlich, lückenhaft erscheint, klingt herausfordernd. Doch wie geht das, ohne dass sich doch das schlechte Gewissen meldet? 

 

Wieviel Energie braucht eine Aufgabe wirklich?

 

 

Ein Geheimnis liegt darin, Aufgaben etwas anders als bisher zu erledigen. Die Beschäftigung mit der Frage „wie kann ich diese Aufgabe mit dem geringsten Aufwand bewältigen?“ ist dabei lohnenswert  - sie führt uns schon in Richtung Entschleunigung und fokussiert uns, mit etwas Übung, auf das Wesentliche. Wenn wir dann noch davon ausgehen, dass die Energie und Einstellung, mit der wir an unsere Aufgaben herangehen, den weiteren Verlauf mitgestalten, so erlauben wir uns, unser Vertrauen zu entwickeln: Vertrauen in den Fluss des Lebens und die Fähigkeit, diesen lesen zu lernen.

 

 

Im Fluss des Lebens gestalten

 

 

Ich habe gelernt, dass in bestimmten Phasen, in denen der Arbeitsfluss blockiert ist, dies kein Zufall ist. Irgendwo ‚hakt’ etwas. Manchmal fehlen noch Informationen oder Erkenntnisse, die mir erst später zugänglich werden. Sich durchzubeißen und gegen innere oder äußere Widerstände ankämpfen zu wollen, hat sich für mich oft als wenig hilfreich erwiesen: Viel Energieaufwand und kraftraubende Zeitverschwendung waren oft das Fazit.  Besser ist, es zu akzeptieren, dass es eben hakt. Die Sache ruhen zu lassen, es vielleicht bei ein paar unreifen Ideen zu belassen und Abstand zu gewinnen ist produktiver, als man denkt – am besten eine Nacht darüber zu schlafen. 

 

Schlaf als Unterstützer

 

Der mit der Einschlaf-/Erwachensphase verbundene Alpha-Zustand ermöglicht neue Ideen, Einfälle und Assoziationen, auf die wir im normalen Tagesgeschehen und unter Anspannung nicht kommen. Hier wird deutlich, dass Entschleunigung für unsere Arbeitsqualität eine wertvolle Unterstützung sein kann.

 

 

Langeweile aushalten

 

Entschleunigung heißt auch, neu gewonnene Zeit anders zu nutzen. Entschleunigung, wie ich sie verstehen möchte, entsteht oft erst durch etwas Anderes: wirklich mal nichts tun, keine Planung, keine Termine – nichts erleben. In den Tag hineinfließen. Sich dem Phänomen Langeweile stellen, geistigen Abstand gewinnen. So seltsam es klingen mag, für unser inneres Wachstum sind dies wertvolle Phasen: Wir laden unser Bewusstsein wieder auf und können damit ein neues Level der Erkenntnis erreichen. Das Prinzip ist ähnlich wie im Sport: hier ermöglichen erst die Regenerationsphasen das Muskelwachstum (nicht etwa die Trainingsphasen!)

 

 

Was bewirkt Entschleunigung?

 

Entschleunigung ist in seiner Wirkung vielfältiger, als es auf den ersten Blick erscheint: es ermöglicht, dass wir Überraschungen in unserem Leben – privat oder beruflich – begrüßen lernen, ohne uns gleich überfordert zu fühlen, weil wir das ja nicht „geplant“ haben oder weil wir eigentlich keine Kraft mehr haben, unsere Planung zu verändern.  Entschleunigung macht uns aufgeschlossen, Neues zu entdecken und mehrschichtige Perspektiven einzunehmen. Es verschafft uns die konstruktive Distanz und innere Gelassenheit, die wir brauchen, um uns den Herausforderungen unseres Lebens oder unseres Miteinanders zu stellen. Also – lassen wir wieder mehr Langeweile in unser Leben und öfter mal eine Kalenderseite leer. 

 

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